Drei Städte in Ostdeutschland (ehemals Deutsche Demokratische Republik oder DDR) haben sich zusammengetan, um eine einzigartige Kulturreise zu schaffen, die erstklassige Musik, Kunst, Architektur und Geschichte in einer fesselnden Reiseroute vereint und Reisenden aus aller Welt eine attraktive Alternative zu den berühmtesten Reiserouten bietet …
Paris war die erste Station, um die Initiative „Kulturtrio“ vorzustellen, die die Städte Weimar, Leipzig und Dresden unter einer Flagge vereint. Tatsächlich ist der französische Outbound-Markt für sein großes Interesse an Geschichte, Kunst und Kultur bekannt. Was genau sind die drei Ziele? Gemeinsam positionieren sie sich als kulturelles Herz Deutschlands. Und möglicherweise eine der reichsten Kulturerberegionen Europas.
Die Zusammenarbeit ergibt sich aus den vielen historischen und künstlerischen Verbindungen, die die drei Städte teilen, von Johann Sebastian Bach und Richard Wagner bis hin zum deutschen Barock und der Romantik, der Bauhaus-Bewegung und dem Aufstieg der deutschen Demokratie.
Ein natürliches kulturelles Dreieck
Die drei Städte liegen in den Bundesländern Thüringen (Weimar) und Sachsen (Dresden und Leipzig) und sind durch Schiene und Straße eng miteinander verbunden, was die Organisation von Reiserouten zwischen mehreren Städten erleichtert.
Tourismusvertreter sagen, die Partnerschaft gehe weit über die gemeinsame Vermarktung hinaus. Ziel ist die Gestaltung thematischer Reisen rund um Musik, Literatur, Kunst, Architektur und Zeitgeschichte.
„Die Zusammenarbeit funktioniert aus Marketing-Sicht sehr gut, aber auch die Erstellung von Reiseplänen macht sehr viel Sinn“, sagt Christoph Münch von Dresden Marketing. „Wir können Routen rund um Musik, Literatur, Kunst oder moderne Geschichte erstellen.“
Die Reiseziele arbeiten außerdem mit Inbound-Anbietern und der Deutschen Bahn zusammen, um Reisen zwischen den drei Städten zu erleichtern und neue Produkte für internationale Besucher zu entwickeln.
Leipzig, Nikolaikirche, Wiege der friedlichen Revolution in Ostdeutschland (Foto: LC/Cleverdis)
Weimar: Wiege der deutschen Kultur
Klein, aber enorm wichtig: Weimar verdichtet Jahrhunderte Geschichte in einem kompakten Stadtbild. Allein die Stadt beherbergt 16 UNESCO-Welterbestätten und ist untrennbar mit dem Erbe von Giganten der deutschen Literatur wie Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller verbunden, die den deutschen Klassizismus mitgeprägt haben.
Die Stadt war auch Zeuge der Geburtsstunde der Bauhaus-Bewegung und gab der ersten Demokratie Deutschlands, der Weimarer Republik, ihren Namen.
Besucher können das Goethe- und Schillerhaus, Goethes Gartenpavillon, die prächtige Barockbibliothek der Herzogin Anna Amalia und das Bauhaus-Museum erkunden. Weimar bleibt dank seiner Universitäten, Festivals und einer aktiven Kreativszene lebendig. Die Altstadt hat sich in den letzten 150 Jahren kaum verändert.
Musikliebhaber entdecken auch das Erbe von Johann Sebastian Bach, der von 1708 bis 1717 in Weimar wirkte, und Franz Liszt, der die Stadt im 19. Jahrhundert zu einem Zentrum romantischer Musik machte.
Auch die nahe gelegene Gedenkstätte Buchenwald ist eine wichtige Erinnerung an die dunkelsten Kapitel Deutschlands und unterstreicht Weimars Rolle als Ort der Reflexion über Demokratie und Menschenrechte.

Die Bibliothek der Herzogin Anna Amalia im reinen Rokoko-Stil in Weimar (Foto: LC/Cleverdis)
Leipzig: wo Musik und Demokratie noch lebendig sind
Die Identität Leipzigs ist seit langem mit Handel, Musik und neuerdings auch mit Demokratie verbunden. Die vielen Einkaufspassagen im Stadtzentrum, die oft vor 150 Jahren im großen Stil erbaut wurden, spiegeln den Geist einer Stadt wider, die von ihrer Weltoffenheit geprägt ist.
Johann Sebastian Bach verbrachte 27 Jahre als Kantor der Thomaskirche in der Stadt und komponierte viele ihrer größten Meisterwerke. Heute können Besucher der Leipziger Musikstraße folgen, die Orte rund um Bach, Mendelssohn, Robert und Clara Schumann und viele andere Komponisten verbindet.
Das Bach-Museum und das Mendelssohn-Haus gehören nach wie vor zu den Hauptattraktionen der Stadt, während der berühmte Thomaschor eine über 800-jährige Tradition fortsetzt.
Das renommierte, von Leipziger Kaufleuten gegründete Gewandhausorchester ist eines der ältesten Bürgerorchester der Welt und tritt an mehreren historischen Veranstaltungsorten der Stadt auf.
Musikfestivals bleiben ein zentraler Bestandteil des Leipziger Kalenders. Das jährliche Bach-Festival zieht Besucher aus der ganzen Welt an, während ein großes Beethoven-Festival international bekannte Künstler und bahnbrechende Aufführungen präsentiert.
Allerdings ist Leipzig in den letzten Jahren für seine zeitgenössische Kreativität bekannt geworden. Das ehemalige Industrieviertel Plagwitz hat sich zu einem der dynamischsten Künstlerviertel Deutschlands entwickelt. Der Spinnerei-Komplex war einst die größte Baumwollfabrik Europas und beherbergt heute Galerien, Künstlerateliers und Designräume, die kreative Talente aus der ganzen Welt anziehen.
Die Stadt spielte auch eine zentrale Rolle in der friedlichen Revolution, die dem Fall der Berliner Mauer im Jahr 1989 vorausging, was ihr einen herausragenden Platz in der modernen deutschen Geschichte verschaffte. Ein Muss ist die St.-Nikolaus-Kirche mit ihrer wunderschönen klassischen Architektur und dem Zentrum der Widerstandsbewegung gegen den Kommunismus in der DDR.

Leipziger Rathaus im Renaissancestil (Foto: LC/Cleverdis)
Dresden: eine ewige barocke Schönheit
Nur wenige europäische Städte haben eine Zerstörung und Wiedergeburt in diesem Ausmaß erlebt wie Dresden.
Dresden wurde am Ende des Zweiten Weltkriegs vollständig bombardiert und war 1945 nur noch ein Ruinenfeld. Das „Elbflorenz“ baute viele seiner historischen Denkmäler sorgfältig wieder auf und stellte so die barocke Pracht wieder her, die einst seine Flussufer und das Stadtzentrum schmückte.
Heute sind der Zwinger, die von rekonstruierten Barockhäusern umgebene Frauenkirche, das Königsschloss und seine Kirchen Symbole dieser Renaissance.
Die Museen der Stadt gehören zu den besten Europas. Die Pinakothek der Alten Meister beherbergt Meisterwerke von Raffael, Rembrandt, Rubens und Vermeer, während das Albertinum Werke von Caspar David Friedrich, Gerhard Richter und zeitgenössischen Künstlern präsentiert.
Das königliche Erbe Dresdens spiegelt sich auch in seinen Schlössern und Gärten wider, darunter Schloss Pillnitz, Schloss Moritzburg und der Große Garten. Auch in den bergigen Weinbergen rund um die Stadt lassen sich viele Villen und Herrenhäuser entdecken.
Musik ist nach wie vor eine weitere Säule der Stadt. Die Staatskapelle Dresden, eines der ältesten Orchester der Welt, führt eine fast fünf Jahrhunderte alte Tradition fort. Dabei zählt die Semperoper zu den schönsten Musicaltheatern Deutschlands.
Über seinen kulturellen Reichtum hinaus entwickelt sich Dresden immer mehr zu einem Zentrum der Innovation, wobei erhebliche Investitionen in Halbleiter seinen Ruf als einer der führenden Technologiestandorte Deutschlands festigen.

Dresdner Zwinger, ein Juwel barocker Architektur (Foto: LC/Cleverdis)
Ein Ziel, viele Reisen
Gemeinsam bieten Weimar, Leipzig und Dresden Reisenden eine außergewöhnliche Erlebnisvielfalt, die vor allem auf Kunst und Kultur, zunehmend aber auch auf Lebenskunst, Gastronomie und echte Gastfreundschaft ausgerichtet ist.
Besucher können auf den Spuren von Bach und Wagner wandeln, die Ursprünge der Bauhaus-Bewegung erkunden, Meisterwerke aus Jahrhunderten der Kunst entdecken oder in Schlüsselmomente der europäischen Geschichte eintauchen.
Die Botschaft des Kulturtrios ist einfach: Drei Städte, eine Reise und unzählige Möglichkeiten, die kulturelle Seele Deutschlands zu erleben. Nach Frankreich seien Italien, Japan, Großbritannien und die USA laut Münch weitere Schwerpunktmärkte.

Historische Stadt Weimar (Foto: LC/Cleverdis)
Die drei Städte beteiligen sich gemeinsam an verschiedenen Veranstaltungen wie der ITB Berlin, internationalen Roadshows, Workshops mit Reiseveranstaltern und organisieren Pressereisen und Aktionen mit der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT) und der Deutschen Bahn.