Deutschland: Tausende Studenten protestieren gegen neuen Wehrdienst

Politik

Bei einem bundesweiten Schulstreik gegen die Wehrpflicht sind in Kiel rund 600 Menschen auf die Straße gegangen. Foto: Frank Molter/dpa

Schlussstein

Tausende Schüler gingen heute in zahlreichen deutschen Städten auf die Straße, um gegen den neuen Wehrdienst zu protestieren. Die Demonstrationen standen unter dem Motto „Schulstreik gegen die Wehrpflicht“. Seit Januar ist ein neues Wehrdienstgesetz in Kraft.

Keystone-SDA

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05.03.2026, 14:26

In der Hauptstadt Berlin zählte die Polizei rund 3.000 Teilnehmer. Die Organisatoren sprachen von 6.000 Demonstranten in Berlin und 50.000 in ganz Deutschland.

Bei der Berliner Demonstration war auf Transparenten und Transparenten zu lesen: „Sterben steht nicht auf dem Kalender“, „Friedrich Merz vorne“ und „Ein kluger Kopf passt nicht unter einen Stahlhelm.“ Die Jugendlichen skandierten: „Nie, nie, nie wieder Wehrpflicht“ und „Die Reichen wollen Krieg, die Jungen wollen eine Zukunft.“

Auch in vielen anderen Städten kam es zu Demonstrationen. Nach Angaben der Polizei gingen in München rund 600 Jugendliche auf die Straße. Im westdeutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen waren größere Demonstrationen unter anderem in Bonn und Düsseldorf geplant. In Hamburg wollten Studierende am späten Nachmittag demonstrieren.

Junge Menschen fühlen sich ignoriert

Hintergrund ist das Gesetz zum neuen Wehrdienst, das seit dem 1. Januar in Kraft ist. Alle Männer und Frauen im Alter von 18 Jahren erhalten einen Fragebogen zur Beurteilung ihrer Eignung und Motivation für die Bundeswehr. Männer müssen diesen Fragebogen ausfüllen. Gelingt es dem Militär mit Hilfe des Fragebogens nicht, genügend Freiwillige zu rekrutieren, behält sich die Regierung von Bundeskanzler Friedrich Merz die Einführung der sogenannten Wehrpflicht vor.

Die bundesweite Studierendenkonferenz machte deutlich, dass sich viele junge Menschen bei diesem Thema übergangen fühlten. Die Entscheidung sei „von oben“ von der Politik getroffen worden, ohne vorher mit der Jugend zu sprechen, kritisierte Amy Kirchhoff, Generalsekretärin der Bundesschülerkonferenz, im ZDF-„Morgenmagazin“.

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